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20 Jahre NOCH Figuren: 1997 - 2017

20 Jahre NOCH Figuren: 1997 - 2017 2017 hat NOCH ein kleines Jubiläum zu feiern: die NOCH Miniatur-Figuren werden 20 Jahre alt! 1997 erschien das erste NOCH Figuren-Set im Handel, und das entstand auch nur aus einer Notlage heraus. Mittlerweile sind die Modell-Figuren für NOCH eines der wichtigsten Standbeine des Unternehmens, und der Allgäuer Hersteller hat sich zu einem der führenden Anbieter entwickelt. Modellfiguren von NOCH gibt es für die Spurweiten H0, TT, N und seit diesem Jahr auch für Freunde der Spur Z. Über 250 verschiedene Figuren-Sets sind erhältlich. Darüber hinaus gibt es Großpackungen, Spar-Sets, eine günstige Hobby-Serie und seit vergangenem Jahr sogar einen Online-Shop, in dem Kunden die Modellfiguren einzeln bestellen können (www.modellfiguren.de). Damit stellt man sich bei NOCH rechtzeitig auf eventuelle Konkurrenz aus dem 3D-Druck ein.Wie alles begann
Einer der Bestseller der vergangenen Jahrzehnte waren die NOCH Ausschmückungsszenen – kleine, komplette Szenen mit Figuren und Zubehör. Es gab z. B. Sonnenschirme, Stühle und Passanten in einem Set, mit dem man dann ein kleines Straßen-Café auf der Modellbahn aufbauen konnte. Die Figuren, die in den Sets enthalten waren, kaufte NOCH damals zu. Leider verkaufte der Zulieferer Mitte der 1990er Jahre sein Unternehmen und die Werkzeuge. Damit drohte eine wichtige Produktgruppe im NOCH Sortiment auszufallen. Durch einen Zufall erfuhr man bei NOCH, dass ein US-amerikanischer Kunde ein kleines Sortiment an Modellbahnfiguren in China produzieren ließ. Man nahm mit dem Kunden Kontakt auf und sicherte sich die europäischen Verkaufsrechte. Nachdem diese Figuren noch nicht in Europa verfügbar waren beschloss man die Figuren gleich auch in 6er Sets anzubieten, exakt in der Verpackung, in der auch heute, 20 Jahre später die NOCH Figuren in den Handel kommen.

Zeichnen, Modellieren, Scannen – wie eine Figur entsteht
Um die Figurenwerkzeuge in China fertigen zu können, musste man erst einmal den Partnern in Fernost klar machen, wie die Figuren aussehen sollten. Zunächst wurden dazu von einem Grafiker in Deutschland Zeichnungen von eisenbahnnahen Themen erstellt. Diese Zeichnungen wurden dann in Fernost von Modelleuren in Urmuster umgesetzt. Anschließend wurde über ein Pantografieverfahren ein Werkzeug erstellt, in dem die Figuren im Spritzguss-Verfahren produziert und anschließend bemalt und verpackt wurden. Dieses Vorgehen erklärt auch, warum die ersten NOCH Figuren etwas „pummelig“ wirkten: Der Grafiker, der die Figuren zeichnete, hatte diese immer leicht „überzeichnet“, etwas karikiert und ihnen damit ein leicht „comichaftes“ Erscheinungsbild gegeben. In der Zwischenzeit sind fast alle dieser ersten Figuren-Sets wieder aus dem NOCH Programm verschwunden und durch realistischere Figuren ersetzt worden. Eines der letzten verbleibenden Sets im Programm ist das „Bahnpersonal“ (Art.-Nr. 15280).
Kontinuierlich wurde das Verfahren in den folgenden Jahren verbessert. Mittlerweile werden die Figuren als Urmodellen bei verschiedenen Modelleuren in Deutschland gefertigt. In enger Absprache bei persönlichen Treffen mit den Künstlern lassen sich so wunderschöne und sehr realistische Modelle herstellen. Die Urmodelle sind wesentlich größer als die kleinen Modellfiguren später sein werden. Dadurch lassen sich in den Urmustern auch kleinste Details, persönliche Gesichtszüge und liebevolle Verzierungen einarbeiten. Damit später keine der Kleinigkeiten verlorengeht, werden die Urmuster anschließend gescannt und die Daten in ein Werkzeug umgesetzt. Dadurch konnte die Qualität der NOCH Figuren in den Vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden.

Moving forward: von China nach Vietnam
Nachdem das Werkzeug für ein Figuren-Set fertig ist, wird es spannend: Die Figuren müssen nun entformt, entgratet, teilweise zusammengebaut und anschließend mit bis zu 10 Farben handbemalt werden. Pro 6er-Figuren-Set kann das bis zu 45 Minuten dauern. Leider ist damit auch klar, dass sich eine solch handarbeitsintensive Produktion nicht mehr in Deutschland oder Europa aufrecht erhalten lässt, da die Stundenlöhne um das Vielfache höher sind als in Asien. Zudem sind die Arbeiterinnen und Arbeiter in Asien aufgrund der kunsthistorischen Prägung der Region exzellente Miniatur-Künstler! Man denke nur an chinesisches Porzellan und andere Kunstschätze aus Asien.  Solche Kunstfertigkeiten in Deutschland oder Europa überhaupt zu finden wäre ein weiteres großes Problem. Ab 1997 kaufte NOCH daher bei Lieferanten in China sowohl Werkzeuge als auch fertig bemalte Figuren zu. Die Wirtschaft in China boomte und die Zusammenarbeit wurde im Lauf der Jahre durch den Wegfall von Handelsbeschränkungen und Reiseerleichterungen immer einfacher. Allerdings zogen mit der Entwicklung des Landes auch die Arbeitslohnkosten an. Darüber hinaus gab es immer wieder Probleme mit der Qualität, da chinesische Wanderarbeiter nach dem Chinesischen Neujahr vermehrt nicht in ihre Fabriken zurückkehren und damit jedes Jahr aufs Neue ein Anlernen von neuen Arbeitern nötig ist. Dabei ging jedes Mal ein Stück Know-How, Fertigkeiten und Qualitätsbewusstsein verloren.
Aufgrund dieser Entwicklungen in China entschloss sich NOCH 2009, ein eigenes Werk in Vietnam zu gründen. Was anfänglich mit 5 Personen als kleine Werkstatt begann, ist in der Zwischenzeit zu einer beachtlichen Manufaktur mit über 120 Mitarbeitern angewachsen. Da es sich bei dem Werk in Vietnam um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft handelt, haben die Wangener direkten Zugriff auf Qualität, Produktionsplanung und Arbeitsbedingungen. Eine in Wangen ausgebildete Deutsch-Vietnamesin führt die Firma vor Ort und ist täglich in Kontakt mit der Zentrale in Wangen. Mehrfach im Jahr besuchen Einkaufs- und Geschäftsleitung aus Wangen das Werk in Vietnam und halten so einen sehr engen Kontakt. Durch die Eröffnung des eigenen Werks konnte sowohl die Qualität der Figuren - vor allem in der Bemalung - verbessert, wie auch der Kostendruck aus China etwas abgemildert werden. Auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter kann NOCH damit seit einigen Jahren selber überwachen, mitgestalten und somit seiner sozialen Verantwortung nachhaltig nachkommen.

What´s next? Ein Blick in die Kristallkugel
Die rasante Entwicklung von Technologien und Internet betrifft auch die NOCH Figuren und bringt Chancen und Risiken mit sich. Die Möglichkeit, Urmodelle dreidimensional zu scannen besteht zwar schon längere Zeit, mittlerweile werden diese 3D-Scanner aber auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich. Damit lassen sich Prozesskosten einsparen, z. B. indem man die Urmuster selber im Haus scannt und die Daten anstatt der Muster nach Vietnam in den Werkzeugbau schickt. Noch einen Schritt weiter geht das Scannen von realen Personen, die dann ohne den Zwischenschritt einer Urmuster-Erstellung direkt in die Figuren-Produktion gehen können. Ein erstes Projekt war 2017 die Pianistin des micro-motion Kurkonzerts (Art.-Nr. 66827). Hierzu scannte ein Mitarbeiter der Firma zuhause seine Frau im Abendkleid und arbeitete die Daten digital auf. Der Musterbau und die Erstellung von Konstruktionsdaten entfielen so erstmals komplett.
Eine weitere Entwicklung, die die Modellfiguren-Entwicklung in Zukunft stark beeinflussen wird, ist der 3D-Druck. Damit wird theoretisch der Druck einzelner, spezieller Figuren direkt aus einer Datei möglich. Ähnlich wie der Laser-Cut das Marktumfeld im Bereich Modellgebäude verändert hat, wird der 3D-Druck im Zubehörbereich Einzug halten. Um in diesem Umbruch die gute Marktposition zu verteidigen, arbeitet sich NOCH seit Jahren in den 3D-Druck ein. Als erster Serienhersteller brachte NOCH bereits 2013 3D-gedruckte Figuren auf den Markt. Es handelte sich dabei um drei Tänzerinnen, die der Limited Edition Table Dance Bar Eden (Art.-Nr. 66506) beiliegen. 2015 folgten dann die „3D minis“, kleine, 3D-gedruckte Modelle in höchster Auflösung, die perfekt bemalt und gealtert ausgeliefert werden. Damit sind „Fine Scale“ Modelle nun auch für ein breites Publikum verfügbar. Auch die oben erwähnte Pianistin wird samt Piano 3D-gedruckt und im eigenen Werk in Vietnam handbemalt.
Perspektivisch ist zu erwarten, dass kleine Start-Ups mit 3D-gedruckten Modellen im Direktvertrieb auf den Markt kommen werden. Um auch hier von Anfang an vorn mit dabei zu sein, eröffnete NOCH 2016 einen Online-Shop für Einzelfiguren. Auf www.modellfiguren.de können Modellbauer aus über 500 detaillierten, handbemalten Figuren auswählen. Da sich mit den Technologien auch die Absatzwege ändern, NOCH aber als Fachhandels-Partner Nummer 1 (vgl. markt intern, Wahl zum Fachhandels-Partner Nummer 1, 2016) bekannt ist, werden Teile der Online-Umsätze über Bonus-Ausschüttungen und andere Fachhandels-Aktionen an die NOCH Händler verteilt und diese so auf dem Weg in die Zukunft unterstützt.



URL: Homepage NOCH GmbH & Co. KG
Meldung vom 13.05.2017

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