Ein
Jahrhundert voller Bewegung und einschneidender Entwicklungen:
Vor 100 Jahren nahm die erste Straßenbahn in Osnabrück
den Betrieb auf, 1929 brachte die erste städtische
Buslinie die Osnabrücker ans Ziel und heute bestimmen
moderne Busse das Stadtbild.
Diese und viele andere Geschichten
rund um den Nahverkehr und die Menschen sind in der Festschrift „Nächster
Halt . . . Station für Station ein Erlebnis“ der
Stadtwerke Osnabrück nachzulesen. Das
Werk zur Feier des 100-jährigen Bestehens des Osnabrücker
Nahverkehrs wurde im Verlagshaus Fromm präsentiert.
Dem Buch liegt eine DVD mit Film und Bonusmaterial bei.
Die 132 Seiten umfassende Festschrift inklusive DVD
ist zum Preis von 14,90 Euro im Buchhandel, in den
Vertriebsstellen der Neuen Osnabrücker Zeitung sowie
in allen Kundenzentren der Stadtwerke und der NordWestBahn
erhältlich.
„Viele spannende Geschichten gibt es aus 100 Jahren
Nahverkehr zu berichten. Unser Jubiläum haben wir
zum Anlass genommen, diese Geschehnisse aufzugreifen
und sie unseren
Fahrgästen und den Osnabrückern zu erzählen.
Jeder, der sich für Busse und Straßenbahnen
oder einfach nur für die Verkehrsgeschichte Osnabrücks
interessiert, kann einsteigen und Station für Station
durch die vergangenen 100 Jahre bis in die Gegenwart
reisen“, freute sich Dr. Stephan Rolfes, Vorstand
der Stadtwerke Osnabrück AG. Er dankte all jenen,
die bei der Erstellung des Buches mitgewirkt haben.
Mithilfe des außergewöhnlichen Bildmaterials,
eingereicht von Osnabrückern, sei die Geschichte
lebendig geworden. „Ohne die große Unterstützung
vieler Osnabrücker und deren Sachkenntnis hätte
die Geschichte des Osnabrücker Nahverkehrs so nicht
geschrieben werden können“, sagte Dr. Rolfes.
Drei Jahre lang arbeitet das Team um Stadtwerke-Werbeleiter
Jörg Segebarth sowie die Autoren Sandra Joachim-Meyer
und Beate Nakamura an der Erstellung des Werkes. Gestaltet
wurde das Buch von Detlef Heese und Torsten Pracht. Der
Film wurde von der Osnabrücker Medienwerkstatt
erstellt.
Ob der Beginn der Straßenbahn, die Einführung
der Obusse oder die Menschen hinter den Kulissen der
Stadtwerke: Beim Blättern in dem Buch erfährt
der Leser zahlreiche Geschichten rund um das Thema Nahverkehr.
Schließlich können die Stadtwerke auf eine
lange Historie zurückblicken: Begonnen hat alles
mit Hindernissen. Erst 1905, nachdem die erste Eisenbahnunterführung
an der Iburger Straße den Ring um die Stadt durchbrochen
hatte, wurden die lang ersehnte und geplante Straßenbahn
und ihr Depot an der Lotter Straße gebaut. Nur
ein Jahr später, am 31. Januar 1906 startete der
Betrieb auf zwei Linien.
Die eine fuhr von der Lotter
Straße durch die Altstadt über Nikolaiort
und Neumarkt zur Möserstraße. Die andere ging
vom Hasetor ebenfalls über Nikolaiort und Neumarkt
durch die Johannisstraße bis zum Rosenplatz. Und
diese Straßenbahn fuhr und fuhr: Auf einem erweiterten
Liniennetz, durch zwei Weltkriege hindurch, durch das
zerstörte und das wieder aufgebaute Osnabrück,
mit immer mehr Fahrgästen, mit neuen und umgebauten
Wagen, Seite an Seite mit Bussen und Obussen. Bis ins
Jahr 1960. Dann fiel sie dem Konzept der „autogerechten
Innenstadt“ zum Opfer und wurde verschrottet.
An ihre Stelle trat der 1929 mit der ersten Linie Hauptbahnhof – Meller
Straße begonnene Autobusverkehr, der seitdem kontinuierlich
ausgebaut worden war. Insbesondere beim Anschluss der äußeren
Stadtteile ans Zentrum hatten sich die Verantwortlichen
für Busse entschieden. Diese wurden im Laufe der
Jahre immer komfortabler. Und mit Anderthalbdeckern,
in den Jahren 1956 bis 1978, und Gelenkbussen ab 1971
boten auch Busse genug Platz für steigende Fahrgastzahlen.
Für die Autobusse sprach zudem ihre Flexibilität
im immer dichter werdenden Verkehr. Wahrscheinlich hatten
die Oberleitungsbusse, kurz Obusse, deshalb auch nur
ein vergleichsweise kurzes Intermezzo von 19 Jahren
in Osnabrück. Sie rettete 1968 auch der Verweis
auf niedrige Betriebskosten durch Strom nicht mehr.
Parallel zur technischen Entwicklung und zu den Verbindungen
innerhalb der Stadt entwickelte sich allmählich
auch eine entsprechende Organisationsstruktur, die über
das Stadtgebiet hinausreichte. Die Verkehrsgesellschaften
aus Stadt und Land kooperierten immer stärker und
wuchsen schließlich 1972 erst zur VGO zusammen
und 1996 schließlich zur VOS. Diese sorgt, vor
allem seit Einführung des Netz ´98, mit optimal
vertakteten Linien für ideale Verbindungen in der
Stadt und im Landkreis – am Wochenende sogar für
Nachtschwärmer.
Zum Jubiläum „100 Jahre Nahverkehr“ haben
sich die Stadtwerke selbst ein Geschenk gemacht: Seit
Oktober 2005 fahren die Busse in den neuen Betriebshof
an der Alten Poststraße ein. Dank der zentralen
Lage zu Neumarkt und Bahnhof sparen die Stadtwerke nun
jährlich etwa 100.000 Kilometer durch verkürzte
Anfahrtswege und somit auch Kraftstoff und Geld. Zudem
wurde die Technik in Werkstatt, Waschanlage und Betrieb
aber auch Sozial- und Schu-lungsräume auf den allerneuesten
Stand gebracht – als optimale Basis für den
Start in die nächsten 100 Jahre.
ISBN 3-00-018841-X
ISBN 978-3-00-018841-1 (ab 2007)
EUR 14,90
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